Das Waldorfprinzip

kids-familyRudolf Steiner gilt als Begründer der Waldorfpädagogik. Sie bildet zusammen mit der anthroposophischen Lehre das Waldorfprinzip. Das Waldorfprinzip findet besonders häufig im pädagogischen Bereich Anwendung. Öffentliche Einrichtungen, wie Kindertagesstätten und Schulen, arbeiten nach dem von Rudolf Steiner erschaffenen Konzept. In Deutschland gibt es außerdem zwei Kliniken, in denen neben der Schulmedizin, die anthroposophische Lehre als Heilmethode im Vordergrund steht.

Die Waldorfschule

Waldorfschulen gehören in Deutschland zu den Ersatzschulen. Sie sind staatlich anerkannt und werden unter freier Trägerschaft geführt. Oftmals gibt es eine Elterninitiative, die mit ihrer Arbeit die Lehrerschaft unterstützt und bereichert. Die Waldorfschule endet nach 12 Schuljahren. Danach erhalten die Schüler einen Realschulabschluss. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, ein dreizehntes Schuljahr zu besuchen und die allgemeine Hochschulreife zu erlangen. So, wie auch die Lehre und die Handhabung des Waldorfprinzips eine Ganzheitlichkeit voraussetzt, ist auch dessen Umsetzung zu verstehen. Von der Farbwahl der Kleidung des Personals, bis hin zur Architektur und Einrichtung der Gebäude, ist alles nach der anthroposophischen Lehre gestaltet. Die Anthroposophie beinhaltet zum einen die Ansicht, dass jeder Mensch ein ganzheitliches Individuum ist. Das bedeutet, dass alles was ein Mensch tut, seinen Geist und seinen Körper beeinflusst. Die Umgebung und die Art und Weise wie Menschen Dinge erfahren, ist ein ebenso wichtiger Schwerpunkt. Demnach wird in der Waldorfpädagogik viel Wert auf individuelle Entfaltung des Einzelnen gelegt. Ein weiteres, wichtiges und grundlegendes Prinzip ist die 7-Jahre-Lehre, wonach der Mensch alle 7 Jahre ein Hülle abstreift oder, anders gesprochen, aus einer Körperhülle heraustritt. Dabei gilt jedoch, dass nicht jeder Mensch zwangsläufig immer genau diese 7 Jahre, für den Austritt aus einer Hülle benötigt.

Die Waldorfpädagogik

Das Prinzip der Waldorfpädagogik ist relativ simpel. Es basiert auf einem nachhaltigen Umgang mit der Natur und unserer Umwelt. Dieses Prinzip besteht aus drei grundlegenden Elementen, mit deren Hilfe Techniken, zur Aneignung von Wissen, vermittelt werden. Diese drei Grundlagen sind das Denken, das Fühlen und das Wollen. Sie stellen im sogenannten Epochen- sowie Fachunterricht die Basis für das Lernens dar. Der Epochenunterricht findet meist zu Beginn des Tages statt und wird von den Klassenlehrern durchgeführt. Hierbei werden, über mehrere Wochen, intensiv spezielle Themen behandelt. Den Fachunterricht erteilen die Fachlehrer. Handwerkliche Tätigkeiten und das praktische Lernen bilden den absoluten Schwerpunkt der Waldorfschulen. Die Kinder sollen hierbei über sinnliche Erfahrungen Wissen erlangen. Unterrichtsmaterialien wie Bücher und Arbeitsblätter werden dafür sehr selten eingesetzt. Somit entsteht eine stärkere Bindung zum Lehrpersonal. Dies wiederum unterstützt den Aspekt der Natürlichkeit. Der im Unterricht behandelte Stoff folgt keinem festgelegten Lehrplan. Um ein möglichst stress- sowie druckfreies Lernen zu ermöglichen, verzichtet die Waldorfpädagogik auf die Vergabe von Noten. Es wird vielmehr die Entwicklung des Kindes eingeschätzt. So können die Schüler, in ihrem eigenen Tempo, die verschiedenen Klassenstufen durchlaufen. Auch der Übergang eines Kindes aus dem Waldorfkindergarten in die Schule geschieht fließend und unter Berücksichtigung der persönlichen Fähigkeiten und Neigungen. Waldorfschüler lernen sehr praxisbezogen. Es werden nicht nur Techniken zur Herstellung verschiedener Güter besprochen und auswendig gelernt, sondern es werden diese Techniken auch selbst durchgeführt. Als Beispiel sei hier das Drucken und Binden von Büchern genannt.
An einer Waldorfschule bekommt jedes Kind die Möglichkeit, seine eigenen Stärken auszubauen. Dieses Prinzip fördert die persönliche Entwicklung und stärkt das Selbstbewusstsein der Kinder.

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